10 Vorteile des Alleinewohnens

June 16, 2017

Als ich letztes Frühjahr in meine erste, wirklich eigene Wohnung gezogen bin (ohne Partner oder Mitbewohner), war ich Anfangs ziemlich unsicher, wie ich damit klarkommen würde, so ganz alleine zu wohnen. Relativ schnell hatte ich mich dann aber daran gewöhnt, meine vier Wände für mich zu haben, und habe die Vorteile des Alleinwohnens seitdem wirklich zu schätzen gelernt. Da ich ja nun bald - wie ich euch vor einigen Wochen erzählt habe - wieder umziehen und dann auch nicht mehr alleine wohnen werde, möchte ich heute meine Erfahrung teilen und auf die guten Seiten des Alleinewohnens zurückblicken (denn es hat natürlich auch Nachteile). Folgende Dinge werden mir definitiv fehlen:

1 - Man muss (in gewisser Weise) keine Rücksicht nehmen. 
Ich bin wirklich ein sehr rücksichtsvoller Mensch, aber einfach mal tun und lassen zu können was ich möchte, ohne dabei ständig darüber nachzudenken, ob mein Handeln für jemanden anders vielleicht störend oder beeinträchtigend sein könnte, ist echt befreiend. (Übrigens meine ich damit nicht, dass ich beispielsweise nachts um 3 Uhr die Musik so laut drehe, dass meine Nachbarn aus dem Bett fallen.)

2 - Man lernt schnell selbstständig zu sein.
Alleine zu leben macht definitiv selbstständig. Denn wenn man mal spontan Hilfe braucht, ist die oft nicht so schnell da und man muss sich in der Zwischenzeit irgendwie selbst zu helfen wissen. Wenn man Hunger hat, muss man sich sein Essen selbst zubereiten und kann nicht darauf hoffen, dass das jemand anderes zufällig für einen übernimmt (außer natürlich man bestellt beim Lieferservice). Wenn man krank ist, muss man selbst bei der Arbeit anrufen und sich seinen eigenen Tee kochen. Durch diese und weitere Erfahrungen lernt man doch sehr schnell und gut, für sich selbst zu sorgen.

3 - Man muss nicht den Dreck von anderen beseitigen.
Der Korb voller Dreckwäsche quillt über, in der Spüle stapelt sich seit Tagen das Geschirr und das Bad ist schon von einer Patina aus Staub überzogen. Woran das wohl liegt? Ach richtig, an mir selbst. Ich liebe Ordnung und Sauberkeit, aber hasse nichts mehr, als anderen Leuten ihren Dreck hinterherzuräumen. Und zum Glück muss ich dann auch nicht, wenn ich allein lebe und die einzige Person bin, die hier ihr Chaos hinterlässt. Denn ich kann mir sicher sein, der entstandene Schmutz kommt definitiv von mir.

4 - Das Bad ist immer frei.
Wer kennt es nicht: man merkt plötzlich, dass man ganz dringend auf's Klo muss, aber natürlich ist es gerade in diesem Moment besetzt. Oder man muss schnell aus dem Haus und möchte sich noch schnell im Bad zurecht machen, aber es lässt sich mal wieder jemand mega viel Zeit beim Duschen oder so. Das ist mir im letzten Jahr zuhause nicht passiert. Ist ja auch meistens niemand da, der das Bad besetzen könnte. Duh. #erleichtert

5 - Keiner isst einem das Essen weg.
Oh, ich kann mich noch erinnern wie es damals war, als mein Bruder und ich noch bei meinen Eltern gewohnt haben. Wie ich mich gefreut habe, wenn es mal einen von den besonders leckeren Joghurts gab. Und wie ich ihn mir aufsparen wollte. Und wie er dann irgendwann plötzlich weg war, als ich ihn endlich essen wollte. Wenn ich mir jetzt mal Joghurt kaufe, dann kann ich sicher sein, dass ich ganz allein davon schlemmen kann bis es mir zum Hals raushängt.

6 - Man hat das ganze Bett für sich. 
Ich liebe schlafen. Und ich liebe es, mich im Bett so richtig breit zu machen. Ich habe nachts gern meine Ruhe und brauche immer einen gewissen Sicherheitsabstand, wenn jemand neben mir im Bett liegt. Natürlich kann ich mich, wenn ich möchte, auch an den Rand quetschen und noch Platz für eine andere Person im Bett lassen, aber das ganze Bett für mich zu haben ist doch irgendwie entspannter.

7 - Die Wohnung entspricht den eigenen Vorstellungen.
Meine eigene Wohnung habe ich damals, logischerweise, ganz nach meinem Geschmack gestaltet. Die Möbel sind alle selbst herausgesucht, da war ich wirklich wählerisch, habe auch das Gesamtbild geachtet und musste ich keine Kompromisse eingehen. Alles weiß, grau und schwarz - eben ganz nach meinen Vorstellungen. Wenn ich umziehe, wird das wohl wieder anders sein. Da muss ich mich beispielsweise mit grünen Wänden im Schlafzimmer anfreunden, die ich so persönlich wahrscheinlich niemals gestaltet hätte.

8 - Man hat seine Ruhe.
Als sehr introvertierte Person brauche ich doch ziemlich viel Zeit für mich, um meine Batterien wieder aufzutanken. Allein zuhause habe ich davon auf jeden Fall genug. Da ist niemand da, der ankommt und plötzlich irgendwas von mir will, wenn ich eigentlich gar keine Lust auf Gesellschaft habe. Ich kann die Wohnungstür abschließen, mein Telefon ausschalten und einfach die Ruhe genießen.

9 - Man kann nach Hause kommen, wann man möchte.
Oder auch den ganzen Tag im Bett bleiben und YouTube schauen. Sich spontan nach der Arbeit mit Freunden treffen. Man kann einfach machen, was man möchte, ohne dabei vorher bei jemandem an- und abmelden oder hinterher in irgendeiner Art Rechenschaft leisten zu müssen. Diese Art der Freiheit ist wirklich wunderbar.

10 - Es gibt keinen Streit wegen Lappalien.
Man kommt nach Hause, ist total gestresst und schlecht gelaunt und wird dann auch noch wegen irgendwas von der Seite angeraunzt. Da ist die Eskalation schon vorprogrammiert. Ich bin ziemlich froh, dass ich oft Gelegenheit habe, allein mit meinen Launen und meinem Stress klarzukommen. Denn noch jemanden da mit reinzuziehen, der eigentlich gar nichts mit der Situation zu tun hat und dann eine allgemeine schlechte Stimmung zu verbreiten, ist echt für niemanden angenehm.


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